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9.12.07

Eine Antwort auf Helmut Zander


ERWEITERTE NEUAUFLAGE 2008 ERSCHIENEN:

Karen Swassjan
Aufgearbeitete Anthroposophie
Bilanz einer Geisterfahrt

Verlag am Goetheanum, 2. erw. Aufl. Dornach 2008, 160 S., Kt.
€ 14.– / Fr. 24.–
ISBN 978-3-7235-1324-8

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Anthroposophie in der Kritik
Mehr als 1900 Seiten umfasst das in kleinster Auflage erschienene zweibändige Werk «Anthroposophie in Deutschland» des Berliner Historikers Helmut Zander. Sein Erscheinen war von massivem Medien-Echo begleitet. Schließlich, so erfuhr man, soll es sich dabei um die erste umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung der Anthroposophie Rudolf Steiners handeln. Karen Swassjan hat das Werk als einer der wenigen wirklichen Leser einer vollständigen kritischen Lektüre und gründlichen Analyse unterzogen, deren Ergebnisse er hier vorlegt.

Plagiator Rudolf Steiner: «Gaunerstücke»
Zander präsentiert uns Rudolf Steiner als machtversessenen Menschenfänger, als systematischen Plagiator, Betrüger und Manipulator, der seine «Partner über den Tisch zog», er wirft ihm eine «fast schizophrene Teilung seiner Vita», «Gaunerstücke», «Unwahrheiten», ja «handfeste und zunehmend massive Lügen» (Originalzitate) vor.

Wissenschaftlichkeit?
Ein heute lebender Autor sähe sich wohl genötigt, gegen solche rufschädigenden Vorwürfe zu klagen. Wie aber steht es um ihre sachliche und «wissenschaftliche» Begründung? Karen Swassjan zeigt in seiner kritischen Entgegnung exemplarisch die Methode Zanders auf, die sich bei vollständiger Abstinenz vom Inhalt auf die formale Oberfläche konzentriert. Selbst dabei wird aber in einem Ausmaß unsauber, tendenziös und unredlich operiert, das wissenschaftlicher Maßstäbe in teilweise grotesker Weise spottet.

Und «wir»?
Seit Jahrzehnten lässt sich bei einigen Vertretern der Anthroposophie die Tendenz beobachten, sich um jeden Preis um deren Anerkennung in einer breiten Öffentlichkeit zu bemühen. Die Wege, auf denen sie dieses Ziel zu erreichen versuchen, müssen sie jedoch – wie Swassjan zeigt – notwendig scheitern lassen. Der Fall Zander (von ebendiesen Vertretern öffentlich begrüßt) erscheint in dieser Analyse als symptomatische Reaktion auf die PR-Bemühungen maßgeblicher Berufs-Anthroposophen. Deren Bestrebungen weisen in eine änliche Richtung wie jene Zanders, der empfiehlt, die Anthroposophie von ihrer schwersten historischen Hypothek zu befreien: Rudolf Steiner.

Geisteswissenschaft
Dieses Buch ist weit mehr als nur eine Streitschrift. In konziser und konzentrierter Form bietet Swassjan darüber hinaus einen Aufriß der geisteswissenschaftlich-methodologischen Prämissen der Anthroposophie und ihres eigenen Geschichtsbegriffs. Er situiert und kontextualisiert sie im Gesamtraum der abendländischen Kulturgeschichte und stellt auf diesem Hintergrund Rudolf Steiners genuine Leistung in ihrer Bedeutung für Geschichte und Gegenwart in einem eindrucksvollen Überblick dar.

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Zeichnung: Jsgard Peter